Malcesine liegt am Ostufer des oberen Gardasees, zu Füßen des Monte Baldo. Hier ist der See schmal wie ein Fjord und die Gebirgsfalten des Monte Baldo steigen unmittelbar steil in die Höhe.
Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 68 Quadratkilometer, die beiden Ortsteile Cassone und Navene gehören dazu.
Malcesine hat, wie viele andere Orte um den Gardasee auch, eine uralte Geschichte, die bereits in der Frühzeit beginnt; archäologische Ausgrabungen zeugen von vielen Pfahlbauten. Im Laufe der Jahrhunderte war dieses Gebiet immer wieder Ziel von Invasionen und Völkerwanderungen aus Norduropa.
Die Burg Scaligero, thronend auf einem Felsvorsprung, ist mit ihrem hohen Turm das prägende Landschaftsmerkmal. Die Aussicht von der Turmspitze ist sagenhaft. Im charakteristischen Ortszentrum rund um die Burg findet man: den Palazzo dei Capitani im gotisch-venezianischen Stil mit seinen Gemälden und einem kleinen schwimmenden Garten, den kleinen Hafen und den Spazierweg voller Überraschungen am Ufer entlang.
Das Garda-Städtchen, mit seinen charakteristischen und romantischen Winkeln war und ist Zuflucht und Ziel vieler Künstler. 1786 weilte hier der Dichter Johann Wolfgang von Goethe und hinterlies einige Zeichnungen, die heute im Museum Scaligero aufbewahrt werden. Auch der österreichische Maler Gustav Klimt, ein Vertreter des Jugendstils, verbrachte hier einige Zeit. Davon erzählen seine wunderbaren Bilder mit Ansichten des Borgo von Cassone und Malcesine.
Der kleine Marktflecken rund um die Burg besitzt nach wie vor seine mittelalterliche Struktur. Der historische Ortskern ist ein Auf und Ab von kleinen Gassen mit all seinen Geschäften, Maler-, Bildhauer- und Kunsthandwerksläden, Gaststätten, Bars und Eisdielen. Hier ist man seit Jahren auf die Wünsche des Besuchers spezialisiert. Selbstverständlich findet hier jeder die für ihn beste Unterkunft: hervorragend ausgestattete Campingplätze und Hotels für jeden Geschmack, mit Wohlfühlzentren, Privatstränden und von uralten Olivenbäumen beschatteten Gärten.
Abends sitzt man dann gerne in einer der vielen Osterien im Zentrum bei einem Gläschen Wein, lässt sich typische und ausgesuchte Speisen in den Restaurants und Trattorien schmecken und geht zum Abschluss noch in einen der Pubs im Ortszentrum. An den Sommerabenden finden Veranstaltungen und organisierte oder spontane Partys statt, sowohl im Ort als auch am See. Hier hat der Gast Gelegenheit, vollkommen in die Kultur Malcesines eintauchen.
Malcesine liegt in der Nähe einiger größerer Städte, wie z.B. Verona, Mantova, Venezia oder Vicenza, die schnell zu erreichen sind. Für einen sorgenfreien Ausflug bieten Ihnen die ortsansässigen Reiseagenturen organisierte Touren mit erfahrenen Führern in komfortablen und gut ausgestatteten Reisebussen, zuverlässig und pünktlich, zu bezahlbaren Preisen an.
Nutzen Sie die Gelegenheit und besuchen Sie in der Arena von Verona, die jedes Jahr Tausende von Liebhabern anzieht, eine der berühmten und spektakulären Opernaufführungen der großen Meister.
Nur wenige Kilometer von Malcesine entfernt liegen das MART (Museum für moderne und zeitgenössische Kunst von Rovereto und Trento), Palazzo Forti (Kunstgalerie für moderne Kunst von Verona) und der Vittoriale a Gardone (das Haus von Gabriele D’Annunzio); ebenfalls nahegelegen sind einige Vergnügungsparks, wie etwa das Gardaland und Caneva und die Parkanlage Sigurtà, ein paradiesischer Garten mit einer umwerfenden Blumen- und Pflanzenvielfalt und romantischen Panoramen...
Den ganzen Tag bis in die späten Abendstunden gibt es einen öffentlichen Shuffleservice (Tourist Bus), der einen großen Teil des Gemeindegebiets abdeckt: von Cassone nach Malcesine bis nach Campagnola und Navene. Dieser Shuffleservice der Stadt Malcesine wird vom 1. Mai bis zum 4. Oktober 2009 angeboten. Bitte erfragen Sie die Abfahrtszeiten nach Ihrer Ankunft in Malcesine bei der APT (öffentliche Busverkehrsgesellschaft, A.d.Ü.)
DAS LAND
Das intensive Licht, der Widerschein der Sonne auf den krausen Wellen des Sees, die glänzenden Sonnenuntergänge hinterlassen einzigartige. Das Spiel aus Licht und Schatten lässt die Hänge in ihrer ganzen imposanten Grösse erscheinen, wie die steil, nahezu bedrohlich, über den tiefen, unzugänglichen und wilden Schluchten des Monte Baldo emporragen, ein antikes Zeugnis für chaotische und erschütternde Naturkatastrophen, die der rauen und strengen Umgebung, ganz im Gegensatz zum schmalen bewohnten Abschnitt, eine Form gegeben haben, das Ergebnis aus Erdrutschen, die das Mittelmeerklima und die langsame Arbeit der Natur und des Menschen geschmeidig gemacht haben, mit Hängen voller Olivenbäume, Zypressen und Oleander, in denen Zitronenbäume, voll mit stark duftenden Blüten noch blühen. Malcesine, am Ostufer des Gardasees, schmiegt sich um die hoch aufragende Skaliger-Burg und den historischen Palazzo dei Capitani und hat seinen mittelalterlichen Ursprung bewahrt. Wegen des stets milden und gesunden Klimas kann man besonders in der Vor- und Nachsaison in weiter Olivenhainen und einer üppigen Mittelmeervegetation herrliche Spaziergänge auf die umliegenden Hügel und Berge unternehmen.
GESCHICHTE
Die ersten geschichtlichen Angaben können um 500 v.Chr. datiert werden und beziehen sich auf feste, organisierte Niederlassungen von Völkern etruskischer Abstammung sowie anderer, mehr oder weniger sesshafter Sippen; nach dem Sieg des Tiberius über die Räter im Jahre 15 v. Chr. gerieten sie unter römische Herrschaft. Nach dem Untergang des Römischen Reiches fielen die Ostgoten, die Alemannen und im Jahre 568 die Langobarden in das Gebiet ein, gefolgt von den Franken und den Ungarn, die jeweils ausgedehnte Bereiche Norditaliens beherrschten und die Zeit der Barbareneinfälle beendeten.
Eine erste primitive Errichtung der Festung durch die Langobarden scheint auf die Mitte des ersten Jahrtausends zurückzureichen; später wurde sie zerstört (590 n.Chr.) und von den Franken neu erbaut; Dokumente belegen, dass sich im Jahre 806 der König Pipin, Sohn Karls des Großen, im Schloss aufhielt. Von 1277 bis 1387 gehörte das Gebiet zum Herrschaftsbereich der 'Della Scala', die Arbeiten zur Modernisierung und Stärkung der Festung durchführten, weshalb die Festung daraufhin ‚'Scaliger-Schloss' genannt wurde dann ging Malcesine an die Visconti aus Mailand über (1387-1403).
Die Republik Venedig regierte Malcesine mit Ausnahme einiger kurzer Zeiträume - die kaiserliche Herrschaft von 1506 bis 1516 und die Franzosen von 1797 bis 1798 - von 1405 bis 1797; um das Gebiet zu kontrollieren, errichtete sie einen autonomen Organismus, die "Gardesana dell'Acqua" genannt, an deren Spitze ein von Venedig ernannter Hauptmann, der Capitano, stand, der seinen Sitz im Palazzo dei Capitani hatte.
Von 1798 bis 1866, Jahr, in dem Venetien dem Reich Italien angeschlossen wurde, ordneten die Österreicher nicht nur viele Bereiche des sozialen Lebens und der Verwaltung in den vom Österreichisch-Ungarischen Reich regierten Gebieten neu, sondern nahmen auch beachtliche Konsolidierungsarbeiten, Änderungen und Erweiterungen am Schloss vor und verwandelten es so in eine Militärgarnison.
DIE KUNST
Zahlreiche Ereignisse, Austellungen und Veranstaltungen kolorieren das kulturelle Leben in Malcesine und machen es lebendig und interessant: Künstler, Maler und Bildhauer von internationalem Ruf haben bei uns, in den Sälen und Gärten des Palazzo dei Capitani und des Scaliger-Schlosses, den idealen Standort für ihre Werke gefunden.
Zahlreiche Künstler, haben hier gelebt und haben nach Eingebungen für ihre Werke gesucht. Wir erinnern vor allem an Baroni, Belluzzi della Maindola, den belgier Minders da Genk und den unvergesslichen Ottavio Giacomazzi aus Malcesine, der in viele Ländern und insbesondere in Deutachland bekannt ist und geschätz wird. Seine Werke, die in den grössten kulturrellen Zentren Europas ausgesttelt sind, stellen das Ergebnis einer intensiven künstlerischen Entwicklung dar, die mit ihren Wurzeln dem Gardasee fest verbunden bleibt.
DIE KULTUR
Die geräumige und gepflegte Bibliothek, die sich in den restaurierten Sålen im letzten Stock des Palazzo dei Capitani befindet, bietet Studenten, Einhamischen und Touristen die Möglichkeiten, ein beachtliches Repertorie an Buchbänden und Zeitschriften zu durchblättern sowie die multimedialen Sites zu Studien- und Forschungszwecken zu nutzen; an den entschprechenden Plätzen kann man jederzeit gute Musik hören. Ein kleiner Abschnitt der Bibliothek ist deutsch- und englischsprachigen Büchern vorbehalten.
Besonders Wertvoll ist die ca. 500 Bände umfassende Sammlung, die der Gemeinde Malcesine vom Ge. Alberto Pariani uberlassen wurde.
Dieser wurde im Ersten Weltkrieg mit der goldenen Verdienstmedaille ausgezeichnet und war in der Zeit von 1936-39 Generalstabschef des italienische Heers; von 1952 bis 55 förderte und unterstützte er als Bürgermeister von Malcesine zahlreiche kulturellen Initiativen, wie die Aufwetung des Scaliger-Schlosses und die Errichtung das naturgeschichtlichen Museums des Monte Baldo und des Gardasees, Initiativen, die später durch die Arbeit persönlichkeiten aus Malcesine wieder aufgennomen wurden.
DAS SCHLOSS
Die von den Longobarden um die Mitte des ersten Jahrtausendserbaute Burg wurde 590 von den Franken zerstört. Nach ihrem wiederaufbau - ebanfalls von Hand der Franken - hatte die Burg im Jahr 806 König Pippin zu Gast. Nach den Einfällen der Ungarn wurde die Burg den Lehen des Bischofs von verona zugeschlagen.
1277 fiel sie unter die Herrschaft Alberto della Scalas und bleib bis 1387 im Eigentum des Adelsgeschlechtes der Skaliger. Die auf diese Zeit zurückgehenden Baumassnahmen gaben der Burg ihren heutigen Namen: Skaligerburg.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg von der Visconti aus Mailnd, der Republick Vendedig und den Kaiserreichen FranKreich und Österreich besetzt. Unter der Herrschaft der Österreicher, die bis 1866 dauerte, wurden umfassende Befestigungsarbeiten im Inneren der Burg durchgeführt. Am 22 August 1902 wurde die Burg zum Nationaldenkmal erklärt.
Die Säle im Inneren des Schlosses beherbergen das interessante naturgeschichtliche Museum del Monte Baldo und des Gardasee mit zahlreichen Fundstücken und Bildtafeln zu den einheimischen Tier- und Pfanzenarter des Gebietes um den Gardasee.
Das im Mai 2008 renovierte Museum bietet den Besuchern einen originellen multimedialen Ansatz, der den Besuch zu einer umfassenden Sinneserfahrung macht: man kann sehen, tasten, riechen, hören oder sich gewünschten Informationen über Touchscreen-Monitore anzeigen lassen.
Einer der Säle, nämlich die einst von den Österreichern geschaffene ehemalige Pulverkammer, ist Goethe gewidmet; hier sind einige der Skizzen ausgestellt, die der Dichter anlässlich seiner “Italienreise” geschaffen hat und Ausblicke auf den See und das Schloss von Malcesine darstellen.
Ein Besuch des Schlosses ermöglicht nicht nur eine entspannende kulturelle Pause, sondern bietet von der Terrasse der Antillerie, genannt “revelino”, und vor allem von der Turmspitze aus einen umfassenden bezaubernden Ausblick auf das gesamte Gebiet, ein grossartiges Schauspiel, da Ihnen sicherlich in Erinnerung bleiben wird.
Öffnungszeit:
April/Oktober: Täglich, von 9.30 bis 20.00 Uhr
Preise:
- Erwachsene: 6,00 euro
- Kinder (6-13 Jahre): 2,00 euro
- Reduziert: 4,00 euro. Erwachsene over 65, Jugendliche (14-18 Jahre), Studenten mit Ausweis (max 24 Jahre), Gruppe (min. 10 Personen).
- Frei: Kinder (0-5 Jahre), Begleiter, Anlieger der Gemeinde Malcesine.
DAS SEEMUSEUM
Das Seemuseum liegt am Hafen von Cassone, einem abseitsgelegenen, seitlosen Ort. Es hält für Besucher reiche Ausstellkästen mit Fischereiutensilien bereit: Angelhaken, Netze, Fotografien alter Segelschiffe, ausgestellt in völlig unkonventioneller, aber eindrucksvoller Art.
Im Aussenbereich des Museum befinden sich zwie grosse Becken, die mit Wasser des Flusses Aril gespeist werden. Die sich darin tummelnden Aale, Aitel und forellen geben einen Eindruck davon, wie das Gebäude ursprünglich ausgesehen haben muss, als es noch der Fischzucht diente.
Öffnungszeiten:
Von Dienstag bis Sonntag, 10.00 - 12.00/ 15.00 - 18.00
Eintritt frei.
Mehr Infos: www.malcesinepiu.it
- Download: Mappe
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